Der Leserservice der deutschen Post bietet mittlerweile für viele verschiedene Zeitschriften und Tagezeitungen ein Prämienabo an. Bei einem Prämienabo läuft es im Prinzip immer nach dem gleichen Schema ab: Man verpflichtet sich, eine Zeitung oder Zeitschrift für 12 oder 24 Monate zu bestellen. Im Gegenzug darf man sich eine von vielen verschiedenen Prämien aussuchen.
10 000 Leser-Werben Leser Prämien!
Zwar bieten es die Zeitschriften auch selbst an. Trotzdem ist nirgends die Auswahl so groß wie beim DP Leserservice: Über 10 000 verschiedene Prämien stehen neben einer Bar Prämie in Form von Geld zur Auswahl. So beträgt zum Beispiel die Bar Prämie bei einem Spiegel Leser-Werben-Leser Prämienabo satte 85 Euro, bei der Financial Times Deutschland sogar 140 Euro!
Rechtliche Zwickmühle: Abonnent und Prämienempfänger müssen unterschiedliche Personen sein
In meiner Zeit als Abo Betreuer empfanden es viele Neukunden als umständlich, dass jemand anderes die Prämie erhalten soll obwohl sie in der Regel letztlich sowieso den Empfänger erreicht. Man lässt den Nachbar werben und holt sich dann die Prämie von ihm, weil man selbst sie ja eigentlich verdient hat. Warum kann man sich nicht selbst werben? Der Grund ist das Gesetz zur Preisbindung in der BRD. Demnach müssen Zeitschriften zu einem gewissen Preis verkauft werden und dürfen nicht günstiger sein als ausgeschrieben. Wenn man sich selbst werben würde, würde der Preis also im Endeffekt billiger werden - das ist gesetzlich verboten.
Also gehen die Zeitschriften einen Umweg darüber, dass der Nachbar, die Ehefrau, die Kinder oder sonstwer als Werber “einspringt”. Es ist also kein Werbe-Trick der Zeitschriften und Zeitungen, sondern ein notwendiges Übel, durch das sicher viele Kunden verloren gehen. Das Gesetz wurde übrigens gelockert: Früher durfte der Werber nicht einmal im gleichen Haushalt wohnen. Jetzt kann es auch ein Familienmitglied sein.
Man muss kein Abonnent sein um zu werben!
Zweiter Mythos: Der Werbende muss selbst nicht die Zeitung abonnieren! Man kann also ein Süddeutsche Zeitung Werber sein ohne selbst die SZ zu beziehen. Wer eine Prämie kassiert, kann also einfach irgendjemanden nehmen und muss sich nicht auf die Suche nach jemandem machen, der die Zeitung bereits abonniert hat.
Konkrete Prämien
Längst sind die Zeitungen von Billiggeschenken abgekommen und präsentieren hochwertige Geschenkabo-Prämien. Ein paar Beispiele der deutschen Post: Eine digitale Videokamera, ein Nintendo DS (teilweise ohne Zuzahlung!), ein Schnurlos-Telefon, Fernseher, DVD-Player, Koffer, Spielzeug und Gutscheine aller Art. Die Zeitschriften wollen den Kunden halten und versuchen sich daher andauernd zu überbieten.
Geschenkabo
Besonders schlau ist es natürlich, ein “echtes Geschenkabo” zu verschenken. Man schenkt seinem Nächsten 1 Jahr eine bestimmte Zeitung und lässt dabei die Prämie zu sich schicken - Ideal! So hat man neben einem guten Geschenk auch noch einen Vorteil für sich selbst.
Kurzum: An einem Leser-Werben-Leser Abo, Geschenk- oder Prämienabo (wie man es auch nennt) gibt es eigentlich nichts Schlimmes. Wer eine Zeitung sowieso über längere Zeit bestellen möchte, warum dann nicht auch eine Prämie mitnehmen?